Bevor ein Hörtraining (auch Horchtraining, Hörkur oder Horchkur genannt) überhaupt beginnen kann, wird ein Hörtest vorgenommen (Tomatis Listening Test). Dabei werden sowohl die Luftleitung (mit Kopfhörern) als auch die Knochenleitung (über den Schädelknochen) und die Tonhöhendifferenzierung gemessen.
Der Hörtest erlaubt einige Rückschlüsse nicht nur über Hörvermögen und Hörverarbeitung, sondern auch über Eigenwahrnehmung, Gleichgewicht und Bewegungskontrolle.
In einem anschließenden Beratungsgespräch werden die Ziele und Möglichkeiten eines Horchtrainings erörtert. Jede(r) Klient(in) bekommt ein speziell auf seine/ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Hörprogramm.
In der Regel besteht ein Hörtraining zunächst aus 10 - 15 zweistündigen Sitzungen Montag bis Freitag zwei Wochen hindurch, in denen die Klienten über spezielle Kopfhörer (mit eigener Knochenleitung) Musik hören und dabei spielen, zeichnen, handarbeiten, Puzzles legen oder sogar schlafen können.
Wenn Kinder ein Hörtraining absolvieren, bekommen die Mütter zur selben Zeit kostenlos, aber räumlich getrennt, ein eigenes Programm.
Am Ende einer „Hörkur“ steht wieder ein Hörtest, damit die Veränderungen auch in der Hörkurve beobachtet werden können.
Normalerweise folgt nach 4-6 Wochen ein zweiter Abschnitt (10 zweistündige Sitzungen), der auch aktive Teile umfassen kann (Stimm- oder Sprechübungen). In den meisten Fällen ist das Training damit abgeschlossen und eine nachhaltige Verbesserung des ursprünglichen Zustandes erreicht.
In besonderen Fällen ist nach längerer Pause ein dritter oder auch vierter Teil empfehlenswert. |