Dr. Alfred Tomatis, 1920 in Nizza als Sohn eines Opernsängers geboren, studierte Medizin und Psychologie. Nach dem 2. Weltkrieg eröffnete er eine HNO-Praxis und beschäftigte sich vorwiegend mit Gehörschädigungen bei Fabrikarbeitern und Piloten. Besonders interessierten ihn die Zusammenhänge zwischen Ohr und Gehirn, Klang und Körper.
Weitere Forschungsgebiete waren das vorgeburtliche Hören im Mutterleib und Stimmprobleme bei Sängern (zunächst Berufskollegen seines Vaters). Dabei machte Tomatis die Entdeckung, dass die Stimme nur jene Obertöne enthält, die wir auch hören können (1.Tomatis-Gesetz). Tomatis begann damit, seine Patienten in genau jenen Frequenzbereichen zu „beschallen“, in denen sie mangelhaft hörten.
Wenn man dem geschädigten Ohr die Möglichkeit gibt, korrekt zu hören, verbessert sich sofort und unbewusst der stimmliche Ausdruck (2.Tomatis-Gesetz). In der Folge entwickelte Tomatis das „Elektronische Ohr“, welches das Gehör und die Hörverarbeitung systematisch trainiert. Neben den Filterungen bewirkt der Wechsel zwischen tiefen- und höhenverstärkten Klängen, der mittels eines elektronischen Kippschalters ausgelöst wird, eine „Gymnastik“ der beiden Mittelohrmuskeln. Dieses Training wirkt sich dauerhaft auf die Hörverarbeitung aus (3.Tomatis-Gesetz). So entstand die Audio-Psycho-Phonologie, die Lehre von den Zusammenhängen zwischen Ohr, Psyche und Sprache. Die Stimulation mit dem „Elektronischen Ohr“ zielt dabei auf besseres analytisches Hören und auf die Bereitschaft zum Horchen ab, um diese drei Elemente - Ohr, Psyche und Sprache - in Harmonie zu bringen. Tomatis verstarb am 25.12. 2001. Weltweit gibt es heute (2006) 145 anerkannte Tomatis-Institute, die die Erkenntnisse dieses unermüdlichen Forschers erfolgreich anwenden und weiterentwickeln. |